Zu Recht gescheitert

Zwölf Tage am Stück Arbeiten, davon an vier Tagen bis zu sechzehn Stunden - das sah das Mobility Package für LKW-Fahrer vor. 

Der Kommentar von Cristina Tilling, European Transport Workers‘ Federation    

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Einstieg in den Arbeitsmarkt

Arthur Skorniakov ist Betriebsrat bei booking.com. Die Belegschaft ist enorm vielfältig. Er erzählt, welche Herausforderungen das birgt.  

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Immer mehr Blue Cards

Sie ist das Ticket für den europäischen Arbeitsmarkt: Die Blue Card EU. Knapp sechs Jahre nach der Einführung hat das BAMF erstmals eine Bilanz dieser Aufenthaltserlaubnis vorgelegt. 

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Pflege - ohne Sicherheit für die Beschäftigten?

Die Bundesregierung möchte ausländische Fachkräfte für die Pflege anwerben. Doch die Vorstellungen über die Bedingungen gehen weit auseinander. 

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Rechtsstaatlich in Zweifel zu ziehen

Auf dem DGB Bundeskongress positionierte sich die Gewerkschaft der Polizei eindeutig gegen die geplanten "Anker"-Zentren .  

Auszüge aus der Rede von Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der GdP 


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Nur empfindlich?

Über Alltagsrassismus reden und ihn sichtbar machen, das fordert  Giorgina Kazungu-Haß, MdL (SPD).

Zu ihrem Kommentar im Forum Migration 

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Solidarität

Solidarität - das ist mehr als nur ein Wort. Dominik Bartsch, Direktor UNHCR Deutschland sieht darin den Schlüssel zur Integration.  

Zu seinem Kommentar im Forum Migation   

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Türkei: Gewerkschafter aus Remscheid verhaftet

Der Gewerkschafter und Migrationsberater Adil Demirci aus Remscheid wurde in der Türkei verhaftet. 

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Integration von Migrantinnen und Migranten in München: Kommentar von Oemer-Yasar Fincan, Stadtrat in München

01.06.2008

Kommentar:

von Oemer-Yasar Fincan (SPD)

Stadtrat in München

Im Jahr 2007 lebten in München ca. 1,34 Mio. Bürgerinnen und Bürger. Davon sind 300.000 Ausländerinnen und Ausländer. Dies entspricht einem Anteil von ca. 22 %. Somit verfügt München über den dritthöchsten Ausländeranteil von allen 83 deutschen Großstädten mit über 100.00 Einwohnern. Zu diesem Anteil sind aber noch 11 % an deutschen Staatsangehörigen hinzuzurechnen, die über einen Migrationshintergrund verfügen. Insgesamt leben in München Menschen aus 180 verschiedenen Nationen.
Allein aus diesen Zahlen ist erkennbar, dass das Thema Integration einen sehr hohen Stellenwert für eine Stadt wie München hat. Integration wird in München als strategisches Ziel begriffen und ist innerhalb der Stadtverwaltung eine Querschnittsaufgabe und ein laufender Prozess. Unterstrichen wird diese Bedeutung auch durch das Stadtentwicklungskonzept PERSPEKTIVE MÜNCHEN, das u.a. folgende Aussage beinhaltet: Kennzeichnend für eine neue Urbanität ist kulturelle Vielfalt, Differenzierung der Lebensstile und die Offenheit der Stadtgesellschaft.

Innerhalb der Stadtverwaltung gibt es mittlerweile eine Reihe von Gremien, Institutionen und Arbeitsgruppen, die sich mit dem Thema beschäftigen. An erster Stelle steht der Stadtrat der Landeshauptstadt München. Er legt die kommunale Integrationspolitik fest. Darüber hinaus gibt es in München seit über 30 Jahren den Ausländerbeirat. Er ist die offizielle Interessenvertretung der über 300.000 in München lebenden Ausländerinnen und Ausländer. Vom Ausländerbeirat werden unter anderem Jahr für Jahr ca. 100 Integrationsprojekte in den Bereichen Kultur, Soziales, Bildung, Sport und Freizeit gefördert.

Die Stadtratskommission für Integration unter Vorsitz des Oberbürgermeisters hat eine beratende Funktion. Sie trägt zur Meinungsbildung bei, stößt Initiativen und Planungen im kulturellen Bereich aber auch in Verwaltung, Wirtschaft und Politik an. Zur Koordination der Aktivitäten und zur Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung existiert das „Arbeitsgremium Integration“.

Im Bereich des Sozialreferates ist die Stelle für interkulturelle Arbeit angesiedelt. Sie ist das Bindeglied zwischen Verwaltung und Verbänden und Organisationen und nimmt stadtweit und referatsübergreifend koordinierende und vernetzende Tätigkeiten wahr. In Zusammenarbeit mit den Referaten, dem Ausländerbeirat und freien Trägern formulierte sie die „Grundsätze und die Struktur der Integrationspolitik der Landehauptstadt München“ (Interkulturelles Integrationskonzept). Nähere Infos dazu unter: www.muenchen.de/interkult bzw. www.muenchen.de/migration.

Daneben gibt es die Antidiskriminierungsstelle für Menschen mit Migrationshintergrund AMIGRA und weitere Netzwerke. Neben den oben beschriebenen zahlreichen Gremien und Strukturen gibt es aber auch in einzelnen Teilbereichen der Stadtverwaltung weitere Aktivitäten, um Integration mit Leben zu füllen und aktiv zu betreiben. Im Bereich der Münchner Stadtentwässerung wurde dazu ein sogenannter innerbetrieblicher interkultureller Dialog initiiert. Ziel dieses Dialogs ist es, Vorgesetzte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen für die Eigenheiten des „Anderen“ zu sensibilisieren und so zu einer Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses beizutragen. Damit soll der Dialog auch zur Förderung der Motivation und der Leistungsbereitschaft und zur Vermeidung von Kommunikationsstörungen beitragen. In einer Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde im Jahr 2005 die Ausgangslage analysiert. Die Rücklaufquote von 72 % macht deutlich, dass die Befragung auf große Akzeptanz gestoßen ist. In vielen der abgefragten Kategorien waren erstaunlich hohe Zufriedenheitswerte zu verzeichnen (z.B. Identifikation mit dem Unternehmen, Zufriedenheit mit den Vorgesetzten etc.) Die im Fragebogen integrierten ethnischen Fragestellungen bieten die Basis für die Entwicklung neuer Maßnahmen, um die Integration weiter zu verbessern. So wurden im Anschluss an die Befragung Deutschkurse für die türkischen Mitarbeiter angeboten, die auf eine sehr erfreuliche Resonanz gestoßen sind.

Auch im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung arbeiten ausländische Kollegen in sogenannten Gesundheitszirkeln als Experten bezüglich der an ihrem Arbeitsplatz auftretenden Belastungen mit und tragen so aktiv zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei.


Der Kommentar von Oemer-Yasar Fincan in spanischer und italienischer Übersetzung


 

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Juni 2008" entnommen.